Als nächstes möchten wir unsere Radträgerbaugruppe präsentieren. Die wesentliche Modifizierung ist die Einführung eines Allradantriebes mit Radnabenmotoren, welche wir der Hitachi Automotive Systems GmbH zu verdanken haben. Dadurch war es unausweichlich ein Getriebe zu verwenden, um genug Drehmoment am Rad zu erzeugen. In den vorherigen Fahrzeugen war dies noch nicht notwendig, da die bisherigen Hochdrehmomentmotoren dies nicht erforderten. Durch den Konzeptwechsel hin zu Radnabenmotoren kann eine schnellere Beschleunigung erreicht werden. Des Weiteren kann beim Bremsvorgang mehr Energie zurückgewonnen werden, als es bei einem Heckantrieb möglich wäre.

Das selbstentwickelte 1,5 stufige Planetenradgetriebe wurde mithilfe der Software von KISSsoft AG ausgelegt. Anschließend erodierte die Günter Krohmer GmbH die benötigten Zahnräder. Durch Zahnflankenmodifikationen konnten wir eine Effizienz von 97,9% im Getriebe erreichen. Dies ist auch möglich, da der Zahnkranz schwimmend mittels 2-Komponentenkleber befestigt ist. Um das Getriebe zusätzlich haltbar zu machen, wurden die Zahnräder durch unseren Partner Bodycote Wärmebehandlung GmbH Gas- und Plasmanitriert. Durch die Wärmebehandlung wird die Schwing- und die Dauerbruchfestigkeit sowie die Korrosionsbeständigkeit deutlich erhöht.

Die Getriebe sind in die topologieoptimierten Radträger integriert und erfordern dadurch wenig Bauraum. Unsere Radträger sind 5-Achs Fräskonstruktionen, die wir selbst bei DMG Mori AG in Seebach gefertigt haben. Dazu haben wir selbstständig die uns zur Verfügung gestellte Maschine mithilfe der Software von SolidCAM programmiert. Durch eine variable Anbindung von Pushrod und oberen Querlenker können wir den Sturz in einem gewissen Bereich verstellen.


Als nächstes möchten wir das Monocoque präsentieren. Das Monocoque ist das grundlegendste Bauteil des Fahrzeugs. Neben Platz für den Fahrer während des Rennens, bietet es Anbindungsstellen für alle weiteren Bauteile. Seit mehreren Jahren verwenden wir ein Monocoque anstatt eines Stahlgitterrohrrahmens, da so große Gewichtseinsparungen erzielt werden können.

Durch den Konzeptwechsel hin zu Radnabenmotoren, war es uns dieses Jahr möglich, ein Vollmonocoque zu verwenden. Trotz des längeren Monocoques konnten wir das Gewicht im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich, um ca. 7 kg, senken. Dies liegt einerseits an einem optimierten Lagenaufbau der Carbonfasern, andererseits an einer besseren Verarbeitung der verwendeten Materialien. Um bei geringem Gewicht ein möglichst stabiles Bauteil zu erhalten, verwenden wir eine sogenannte Sandwichbauweise. Ein Kern aus Aluminiumwaben im Inneren wird von mehreren Lagen Carbonfasern umschlossen. Für die Festigkeit des Carbons ist besonders die Faserrichtung, aber auch die Art der Anordnung der Fasern ausschlaggebend. Dies wurde während der Konstruktion mittels Ansys simuliert.

Für die Fertigung wurde in diesem Jahr eine Positivform aus Ureol bei Modelltechnik Rapid Prototyping GmbH gefräst, aus der wir anschließend eine Negativform aus GFK hergestellt haben. Dazu hat uns Hans Rinn e.K. seine Werkstatt, Materialien, sowie sein Wissen zur Verfügung gestellt. In die Negativform wurden daraufhin die ersten Lagen Carbon mittels Vakuuminfusion laminiert und anschließend die Aluminiumwaben eingeklebt. Danach wurden diese noch einmal mit Carbon einlaminiert.

Trotz sicherer Fahrweise und geringem Risiko eines Überschlags, werden durch das Reglement zwei Überrollbügel im Fahrzeug gefordert, die den Fahrer vor Verletzungen schützen. Die Rohre dazu bestehen aus Rundstahl und wurden eigens für uns durch die Poppe + Potthoff GmbH gefertigt. Um den Heckflügel am Fahrzeug anbinden zu können, wurden am Überrollbügel Laschen zur Befestigung von der Metallbau Frankenberger GmbH angebracht.

Auch für einen möglichen Frontalzusammenstoß haben wir Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Hierzu wurde unter der Nase des Fahrzeugs eine Aluminiumwabe angebracht, die die Energie beim Aufprall aufnimmt. Diese Aluwabe sitzt auf einer Carbonplatte, die ebenfalls in der bereits beschriebenen Sandwichbauweise gefertigt wird. Um sicherzustellen, dass die Platte nicht bricht, wurde bei einem Prüfstandstest bei der EDAG GmbH die maximal aufzunehmende Energie erforscht.

Werde Teil des Team Starcraft, wenn du:

• Interesse am Motorsport hast und dein Theoriewissen aus der Uni auch endlich mal praktisch anwenden willst.
• Lust hast, deinen Traum vom eigenen Rennwagen in einem großen Team zu verwirklichen.
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• Spaß am Organisieren von Events hast oder deine Ideen in den Bereichen IT, PR und Marketing oder Sponsoring mit einbringen möchtest.

Bei uns hast du die Möglichkeit, bereits im Studium wertvolle Erfahrungen für dein späteres Berufsleben zu sammeln. Wir bieten dir die Gelegenheit, dieses einmalige Projekt vom weißen Blatt Papier in der Konzeptphase, über Konstruktion, Fertigung, Zusammenbau und Erprobung zu begleiten.
Lerne in einem spannenden Projekt in freundschaftlicher Atmosphäre, Verantwortung zu übernehmen, termingerecht zu arbeiten und leiste so deinen ganz persönlichen Beitrag bei der Entwicklung eines leistungsstarken Rennboliden.

Unser Infoabend findet am 10.10.2018 um 19:00 im HU211/212 statt. Dort stellen wir uns nochmals vor und zeigen euch einen ersten Einblick in unser Team. 

Wir freuen uns auf euren Besuch.

Ab heute präsentieren wir regelmäßig eine Baugruppe des TSC-5E. Die wohl sichtbar größte Neuerung am Fahrzeug macht das umfassende Aerodynamikpaket, bestehend aus Front-, Seiten-, Heckflügel und Unterboden, aus. Der Vorteil unseres Aerodynamikpakets liegt in einem Rundenzeitgewinn von sechs Sekunden auf einer Runde im Endurance in Hockenheim. Dieser Rundenzeitgewinn basiert auf dem gesteigerten Anpressdruck, der wesentlich höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglicht. Eine der größten Herausforderung in der Auslegung stellt der Kompromiss zwischen größtmöglichem Abtrieb und dem zu vermeidendem Luftwiderstand dar.

Die Entwicklung besteht hauptsächlich aus CFD-Simulationen, angefangen hierbei mit der Auswahl der Flügelprofile. Anschließend wurden die beste Position und Anstellung der Flügel unter Berücksichtigung der Form der Nase des Fahrzeugs und des Luftstromes um den Helm des Fahrers gefunden. Durch Luftleitelemente wurde der Luftstrom für die hinteren Aerokomponenten optimiert und um die Reifen gelenkt. Ein weiterer Schritt war mit Hilfe des Splitters und des Diffusors die aus dem Aeropaket erzeugte Kraft auf den Fahrzeugschwerpunkt zu verschieben, um ein stabiles Fahrverhalten zu erreichen.

Um gleichermaßen auf den Geraden noch mehr Zeit zu gewinnen, wurde ein aus vielen Rennsportserien bekanntes Drag Reduction System verbaut, das die oberen beiden Flügelelemente des Heckflügels aufklappt und somit für ca. 75% weniger Luftwiederstand am Heckflügel sorgt.

Die einzelnen Komponenten werden aus Carbon gefertigt. Die dafür nötigen Negativformen der Flügelelemente wurden bei unserem Goldpartner Hans Rinn e.K über mehrere Tage gefräst. Das für die Formenherstellung nötige Ureol wurde uns durch ModellTechnik Rapid Prototyping GmbH zur Verfügung gestellt. Über von MESA GmbH wasserstrahlgeschnittene Carbonplatten und Spanten wurden die Flügehälften zu dem ersten Aerodynamikpaket der Vereinsgeschichte vereint.

Seitenansicht Aerodynamik

Strömungssimulation mit Ansys

 

Am 05. August machten wir uns mit viel Vorfreude und unseren beiden Fahrzeugen im Gepäck auf den Weg nach Hockenheim zum Highlight der Saison – der Formula Student Germany 2018. Nachdem beide Pits sowie unser Camp fertig eingerichtet waren, starteten wir in eine ereignisreiche und emotionale Woche mit Höhen und Tiefen.

Auch wenn die gesamte Woche eine großartige Erfahrung war, stechen doch einige Punkte besonders heraus. So konnten wir mit unserem autonomen Rennwagen das Mechanical Scrutineering mit Bravour bestehen und den ersten Schritt Richtung dynamische Events meistern. Ebenso konnten wir uns bei der Präsentation des Businessplans in der Electric-Klasse mit dem Konzept einer Castingshow im Automobilbereich auf Platz 21 im gutem Mittelfeld platzieren.

Der harte Rückschlag erfolgte dann Mitte der Woche. Trotz des Ausschöpfens der Arbeitszeit in den Pits und dem Akkuzelt war es uns leider nicht möglich, die entstandene Akkuprobleme zeitig zu beheben und mussten deshalb die dynamischen Events von der Tribüne aus verfolgen. Von Judges und anderen Teams wurden wir jedoch durchwegs für unseren zukunftsorientierten Konzeptwechsel gelobt. So erreichten uns die motivierenden Worte, dass wir diese Saison nicht nur eine Evolution, sondern sogar eine Revolution durchlaufen haben und wir bei weiterer Verfolgung des Konzepts 2019 Chancen auf eine Top-Platzierung haben. Wir sind also auf dem richtigen Weg.

Sehr gefreut haben wir uns über den persönlichen Austausch mit unseren Sponsoren an den Messeständen, denn Fachsimpeln und gemeinsame Teamfotos gehören genauso zum Event wie die Wettbewerbe selbst. Herzlichen Dank auch an unserem Premiumsponsor Hitachi für den spontanen Besuch mit spannenden Gesprächen bei uns im Camp. Abschließend möchten wir liebe Grüße an alle anderen Formula Student-Teams senden, mit denen wir die Woche über in Kontakt standen, sei es wegen des Plauderns über technische Details oder einfach nur zum Thüringer Klöße essen in unserem Teamzelt. #FSspirit

Ein herzliches DANKE an alle Beteiligten für diese unglaubliche Woche!

Zurück aus Hockenheim durften wir vor der Werkstatt gleich unseren neuesten Zuwachs begrüßen. Freudig konnten wir unsere CNC-Fräse Deckel FP2 NC zum ersten Mal in Realität betrachten. Nach einer schweißtreibenden Teamaktion steht die schwere Fräse nun auch in ihrem neuen Zuhause und nicht nur davor. Unsere alte Fräse wurde in letzter Zeit immer unzuverlässiger, sodass wir begannen nach einem neueren Modell Ausschau zu halten, um sie endlich in ihren wohlverdienten Ruhestand schicken zu können. Mit einem Drehzahlbereich von 40-3500 U/min und einer Vorschubgeschwindigkeit von 4m/min können wir mit der neuen Fräse nun eine Vielzahl unserer benötigten Teile in kürzerer Zeit herstellen. Ebenso sind damit bei reduziertem Werkzeugverschleiß komplexere und präzisere Teile möglich, was uns die kommenden Fertigungsphasen deutlich erleichtern wird. Wir freuen uns sehr ab sofort mit der neuen Maschine arbeiten zu können! Das gesamte Team Starcraft bedankt sich herzlich beim Spender!

Nach Monaten harter Arbeit, langen Nächten, Momenten der Freude und Verzweiflung war es am 7. Juni endlich soweit und wir konnten stolz unsere zwei neuen Rennfahrzeuge präsentieren. Um 17 Uhr begann das Rollout im Foyer des Humboldtbaus der TU Ilmenau. Nach einem Gläschen Sekt und spannenden Gesprächen mit unseren Sponsoren und Freunden, eröffnete unsere Vereinsvorsitzenden Thiemo Reindel und Mario Schäfer den Abend offiziell. Sie führten durch den bisherigen Saisonverlauf. Anschließend wurden die technischen Neuerungen der Rennboliden vorgestellt.

Eric Gorkow erklärte die Funktionsweise unseres autonomen TSC-3PO. Mechanische Umbauten, wie die neuen Motoren für Lenkung und Bremse sowie das Kamera- und Sensorsystem wurden ebenso näher erläutert, wie die Softwarekomponenten, die den Fahrer ersetzen sollen.

Marian Bolz, Bereichsleiter Vehicle Dynamics & Controls, erläuterte anschließend den neuen Elektrorennwagen TSC-5E. Anschaulich wurde der komplette Konzeptwechsel dargelegt und die technischen Meilensteine, wie der Radnabenallradantrieb mit Getriebe und das Aerodynamikpaket vorgestellt.

Dann war es endlich Zeit für den Höhepunkt des Abends – nach einem wundervollem Enthüllungsvideo und unter großen Applaus wurde der TSC-5E hereingefahren.

Die beiden Fahrzeuge konnten anschließend im Foyer des Humboldtbaus aus nächster Nähe betrachtet werden und unsere Konstrukteure standen Rede und Antwort für unsere Gäste. Mit kühlen Getränken, reichlich Essen, einer Fotoecke und interessanten Gesprächen ließen unsere Sponsoren, Unterstützer, Angehörige der Universität, Familien und Freunde des Teams den Abend gemütlich ausklingen.

Nun starten wir mit Vorfreude auf die unmittelbar bevorstehenden Events in die Testphase. Wenn Sie keine Infos zu unserem Anschneiden auf den Events am Hockenheimring und Red Bull Ring verpassen wollen folgen Sie uns doch auf Instagram oder Facebook!

Unser Rolloutvideo können Sie sich auch hier noch einmal anschauen: https://youtu.be/yivT4m3HXSM

Vom 23. April bis 28. April fand in diesem Jahr wieder die Woche der erneuerbaren Energien im Ilmkreis statt. In diesem Rahmen nahmen auch wir an zwei Veranstaltungstagen teil.

Zum einen fuhren wir zum Schulenergietag in die Impulsschule nach Schmiedefeld. Hierbei konnten wir den Kindern und Jugendlichen in zwei Workshopeinheiten die Techniken der Elektromobilität näherbringen, sowie unser Team und unsere Autos vorstellen. Anschließend durften sie ihr technisches Können selbst unter Beweis stellen, und mit uns aus Umzugskartons, Klebeband und Gummiringen aufziehbare Rennautos bauen.

Zum anderen nahmen wir am Abschlusstag teil. Der Abschlusstag fand als Familienfest am Samstag der Woche auf dem Wetzlarerplatz in Ilmenau statt. Neben einem Informationsstand über unser Team, konnten wir hier vor allem unsere kleinen Fans mit einer Runde Probesitzen in unserem grünen Rennflitzer begeistern.

Wir danken dem gesamten Organisationsteam für diese interessante und informative Woche!

Am Wochenende des 21. Und 22. April standen gleich zwei Auftritte in der Öffentlichkeit für unser Team an.

Beim Tag der offenen Tür unserer Technischen Universität in Ilmenau präsentierten wir unser Team interessierten Studienanfängern und solchen die es werden wollen.

Wie auch in den letzten Jahren stellten wir erneut zur Fahrzeugschau der Modellstadt für Elektromobilität Bad Neustadt an der Saale, ausgerichtet vom M-E-NES e.V. eines unserer Vorjahresfahrzeuge zusammen mit unserem langjährigen Goldsponsor Preh GmbH aus. Bei der Fahrzeugschau präsentieren lokale Unternehmen und Autohäuser ihre Entwicklungen und Produkte mit Zukunftsvision und Energieeffizienz. Vielen Dank an Preh für die erneute Einladung, wir sehen uns im nächsten Jahr!

Einige Impressionen der Events sehen Sie unten.

Am Dienstag den 17. April waren einige unserer Mitglieder aus den Bereichen Electronics, Driverless und Vehicle Dynamics zu Gast bei der Elektronische Fahrwerksysteme GmbH in Ingolstadt. Seit 2017 unterstützen uns die Experten für Fahrwerkselektronik vor allem durch einen großen Wissensaustausch und finanzielle Mittel. Der Workshop diente dazu, eine Wissensgrundlage für alle Beteiligten zu legen, um so auch zukünftig aus der Ferne zielstrebig miteinander arbeiten zu können. Unser Team stellte technische Highlights des autonomen Fahrzeuges vor und Weiterentwicklungen zum Vorjahr. Auch die Themen Torque Vectoring und Umwelterkennung standen zur Diskussion. Auch wir bekamen einen Einblick in den noch jungen Entwicklungspartner der Audi AG und stellten fest, dass wir im Bereich des autonomen Fahrens doch mehr Schnittstellen mit der Industrie haben als gedacht. Zum Abschluss durften wir noch einen Blick in die Top-Secret-Bereiche der Werkstatt werfen, in der die neueste Technik für die nächste Generation der Fahrerassistenzsysteme verbaut wird.

Wir bedanken uns bei Flo, Alex, Jörg und Manuel für den regen Informationsaustausch und interessanten Einblicke in entspannter Atmosphäre und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit!